Hilfe bei sexueller Belästigung

Die #metoo-Debatte und die Ereignisse an der ETH und der Uni Basel haben aufgezeigt, dass sexuelle Belästigung allgegenwärtig ist – auch an der Uni. Laut der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte hat jede zweite Frau* sexuelle Belästigung erlebt. Auch Männer sind von sexueller Belästigung betroffen, wobei dieses Thema nach wie vor tabuisiert wird. Die Umfrage der SUB von 2017 hat ergeben, dass an der Uni Bern jede*r zehnte Studierende Verhalten erlebt hat, welches unter sexuelle Belästigung fällt. Die SUB bekämpft alle Formen der Diskriminierung und setzt sich für den Schutz und die Integrität aller ein. Die individuellen Grenzen müssen eingehalten und respektiert werden. 

Was ist sexuelle Belästigung?

Als sexuelle Belästigung gilt eine Verhaltensweise mit sexuellem Bezug, welche von der betroffenen Person als unerwünscht und grenzüberschreitend wahrgenommen wird. Sie kann in Worten, Gesten oder Taten ausgeübt werden. Häufig steckt hinter einer sexuellen Belästigung die Ausübung von Macht und Dominanz. Die sexuelle Ebene bietet sich an, weil die Opfer in diesem Bereich besonders verletzbar sind.

Was macht die SUB?

Die SUB nimmt jede Meldung ernst und entscheidet im Einzelfall über das weitere Vorgehen. Da wir im Falle von sexueller Belästigung nicht über Beratungskompetenzen verfügen, haben wir eine Triage-Funktion und informieren über die offiziellen Anlaufstellen. Falls die die Betroffenen das wollen, begleiten wir sie dabei.

Wir machen mit verschiedenen Aktionen auf die Anlaufstellen der Uni und der Beratungsstelle der berner Hochschulen aufmerksam. Am nationalen Aktionstag gegen sexuelle Belästigung an Hochschulen 2019 wurde eine Veranstaltung mit Awareness-Workshop organisiert. „Awareness“ beschreibt ein Konzept, welches sich mit Problematiken im Zusammenhang mit Missachtung von körperlichen, psychischen und persönlichen Grenzen bis hin zu Gewalt in öffentlichen Räumen auseinandersetzt. Durch Awareness soll ein Weg gefunden werden, um Diskriminierungen und grenzüberschreitendes Verhalten zu benennen und diesem Verhalten aktiv entgegenzutreten. Personen, die sich davon betroffen sehen, werden unterstützt und begleitet. Das Konzept wurde am Frauen*streik und wird jeweils am CAMPUS Festival umgesetzt.

Wo kann ich Hilfe holen?

Als Angehörige*r der Uni Bern gibt es im Falle von sexueller Belästigung verschiedene Anlaufstellen. Alle Beratungsstellen bieten kostenlose Beratung und Unterstützung an.

Beratungsstelle der Berner Hochschulen

Die Beratungsstelle der Berner Hochschulen ist die externe Anlaufstelle der Universität Bern für Studierende und Mitarbeitende. Die Ansprechpersonen unterstehen einer absoluten Schweigepflicht und leiten weitere Schritte nur ein, wenn ausdrücklich danach gewünscht wird. Die Beratungsstelle informiert über mögliche Vorgehensweisen und begleiten die Gespräche mit Beteiligten. Die Ansprechperson ist Pia Thormann, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, pia.thormann@erz.be.ch

Universität Bern

Innerhalb der Universität Bern unterliegen Führungspersonen und die offiziellen internen Anlaufstellen der Handlungspflicht. Das heisst, Vorfälle müssen gemeldet werden und es muss etwas unternommen werden. Für Prävention und Beratungen über das Vorgehen ist unter anderem die Abteilung für die Gleichstellung von Frauen und Männern zuständig.

Nützliche Links und Informationen

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