Gleichstellung

Auf dem Papier ist die Gleichstellung schon eine ganze Weile umgesetzt. In der Realität sind wir aber noch meilenweit davon entfernt.

Frauen*streik Berner Hochschulen
Frauen*streik Berner Hochschulen
Gemeinsam für die Gleichstellung der Geschlechter!

Frauen* sind gerade am Arbeitsplatz von massiven strukturellen Ungerechtigkeiten betroffen. Nicht selten verdienen Frauen* für dieselbe Arbeit weniger als ihre männlichen Kollegen und werden bei Beförderungen seltener berücksichtigt. Zudem bestehen auch weiterhin grosse strukturelle Unterschiede: Während 2016 der Frauen*anteil beim Bachelorabschluss noch bei 51.8% lag, beträgt der Frauen*anteil bei den ordentlichen Professuren gerade mal 21.7%. Mit dem Programm womentoring versucht die SUB, diesem Problem entgegen zu wirken. 

Weiter setzt sich die SUB für die Gleichberechtigung aller Geschlechter, der Vereinbarkeit von Studium und Familie, dem unbeschränkten Zugang zur Universität für Menschen mit einer Behinderung und nicht zuletzt auch für die Gleichbehandlung der ausländischen Mitstudierenden ein.

Unsere Positionen zu Gleichstellung und Sexismus kannst du in den folgenden Positionspapieren nachlesen:

Forderungen vom Frauen*streik

1. Wir fordern Massnahmen zur Förderung von Frauen* in der Wissenschaft sowie eine Frauen*quote von 50% bei den Professuren und Dozenturen.

Die Untervertretung von Frauen* in der Forschung und Lehre hat Implikationen auf die Produktion und die Vermittlung von Wissen. Frauen* und Männer sollen zu gleichen Anteilen forschen und dozieren.

2. Wir fordern eine angemessene Vertretung von Frauen* in der Unileitung und in anderen Führungspositionen.

Nur 1 von 6 Personen in der Unileitung und 2 von 8 der Dekan*innen sind weiblich*. Wir fordern eine faire Verteilung der Macht durch die adäquate Vertretung der Geschlechter in Führungspositionen.

3. Wir fordern umfassende Massnahmen zur Schaffung familienfreundlicher Rahmenbedingungen im Studium, um eine bessere Vereinbarkeit von Studium, Arbeit und Familie zu gewährleisten.

Für die Chancengleichheit ist die Vereinbarkeit von Studium, Arbeit und Familie unerlässlich. Hier stehen insbesondere die Institute und Fakultäten in der Verantwortung, damit Artikel 16 des Gleichstellungsreglements umgesetzt wird. Für Studierende mit Betreuungspflichten und Schwangere sollen Ausnahmen bei Anwesenheitspflicht und Prüfungen gewährleistet werden.

4. Wir fordern einen aktiveren Einsatz von Seiten der Universität Bern, den Fakultäten und Instituten, Verantwortung zu übernehmen, um horizontale Segregation in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteur*innen durch Sensibilisierung und konkrete Projekte zu vermindern.

Horizontale Segregation hat einen unerwünschten Einfluss auf individuelle Entscheidungen von (zukünftigen) Studierenden und verfestigt gesellschaftliche Strukturen, die für geschlechtsspezifische Benachteiligung und Ungleichbehandlung verantwortlich sind.

5. Wir fordern Sensibilisierungsmassnahmen für eine Uni frei von sexueller Belästigung.

Jede*r zehnte Studierende war bereits einmal von sexueller Belästigung betroffen und 14,5% der Mitarbeitenden haben verbale oder körperliche Belästigung an der Uni Bern erlebt. Jeder dieser Vorfälle ist einer zu viel!

6. Wir fordern eine unabhängige und niederschwellige Instanz für die Meldung von Sexismus und sexueller Belästigung an der Uni.

Die Hürden für eine Meldung von Sexismus und sexueller Belästigung sind zu hoch. Aus der Umfrage der SUB  geht hervor, dass keine der betroffenen Personen sich an die Anlaufstelle der Uni Bern gewandt hat. Dies muss sich ändern, weshalb wir einen niederschwelligen Zugang zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten fordern.

7. Wir fordern eine Reorganisation des Wissenschaftsbetriebs nach Strukturen, die nicht diskriminierend sind.

Struktureller Sexismus an Hochschulen bedeutet, dass Frauen* aufgrund ihres Geschlechts durch die Strukturen, nach denen die Hochschule funktioniert und organisiert ist, diskriminiert, benachteiligt und abgewertet werden.

8. Wir fordern eine konsequent geschlechtergerechte Sprache an der Uni Bern. 

Frauen*, trans und nicht-binäre Personen sollen nicht mehr nur “mitgedacht”, sondern explizit in der Sprache abgebildet werden. Wir fordern, dass geschlechtergerechte Sprache an allen Fakultäten und Instituten angewendet wird. Geschlechtergerechtes Schreiben und Sprechen soll Teil des Lehrplans und Standard des wissenschaftlichen Arbeitens sein.

9. Wir fordern einen anerkennenden und wertschätzenden Umgang mit nicht-binären Menschen und Menschen in Transition, der sich auch in den universitären Strukturen widerspiegelt.

Der Geschlechtereintrag soll weggelassen oder so angepasst werden, dass er auch nicht-binäre Geschlechter beinhaltet.

10. Wir fordern die Anerkennung der Vielfalt sexueller Orientierungen in der Forschung und Lehre.

Unsere Gesellschaft und auch die Universität Bern ist von heteronormativen Vorstellungen geprägt. Menschen mit anderer sexueller Orientierung werden durch die vorherrschenden Normvorstellungen diskriminiert.  

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